Microphone Mafia und Esther Bejarano

Am 20. März 2015 dürfen wir die Microphone Mafia und Esther Bejarano, eine 90-jährige Musikerin und Künstlerin, für  ein gemeinsames Konzert im Kinder- und Jugendzentrum Mühle begrüßen. Seit der Veröffentlichung ihres zweiten Albums „la vita contunia“ sind fast zwei Jahre vergangen. Für alle die, die Gruppe noch nicht kennen lernen durften, möchten wir einen kleinen Einblick in ihr Schaffen geben:

Vor über drei Jahren hat sich die Familie Bejarano und die Microphone Mafia auf den Weg gemacht, ein einzigartiges musikalisches Projekt ins Leben zu rufen. Damals begann die Odyssee mit den Sätzen:

Orient trifft Okzident, die Jüdin den Moslem, die Atheistin den Christen, Süd trifft Nord, alt trifft jung, Frau trifft Mann, Tradition trifft Moderne, Folklore trifft Rap, Hamburg trifft Köln, ausdrucksstarke Stimmen treffen auf geniale Musiker, Spannung trifft auf Harmonie, Herz trifft Verstand, die Familie Bejarano trifft Microphone Mafia – und alle arbeiten gleichberechtigt nebeneinander.

Aus diesem Projekt hat sich eine fest verschworene, sowohl musikalisch als auch menschlich, Einheit entwickelt, die trotz der Generationsunterschiede und der musikalischen Unterschiede es schafft, die Menschen in den Bann zu ziehen. Einen kleinen Vorgeschack auf ihr Schaffen möchten wir Euch geben.

 

Beginn: 19.00 Uhr

Ort: Kinder- und Jugendzentrum Mühle, An der

Neustadtmühle 3 38100 Braunschweig

Eintritt: kostenlos

Über Esther Bejarano

Esther Bejarano wurde am 15. Dezember 1924 geboren und ist eine der letzten überlebenden Menschen des Konzentrationslagers Ausschwitz. Als junges Mädchen musste sie für das Mädchenorchester von Auschwitz spielen. Seit vielen Jahren berichtet sie über ihr Leben in den Medien und setzt sich für antirassistische und antifaschistische Arbeit ein.

Bei Tagesschau.de erschien am 27. Januar anlässlich der 70jährigen Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz ein Interview mit ihr.

„…Eines Abends suchte eine andere Gefangene nach Frauen, die ein Instrument beherrschten. Da meldete ich mich sofort und sagte, dass ich Klavier spielen könne. Das gab es in Auschwitz aber nicht. Sie bot mir an als Alternative das Akkordeon an. Ich sollte darauf den Schlager „Du hast Glück bei den Frauen Bel Ami“ spielen. Ich hatte noch nie ein Akkordeon in der Hand gehabt und log daher, ich hätte schon länger nicht mehr geübt und bräuchte ein paar Minuten, um mich einzuspielen. In einer Ecke der Funktionsbaracke probierte ich das Instrument aus. Die rechte Hand war kein Problem, denn die Tastatur ist wie beim Klavier. Doch von den Bässen auf der linken Hand hatte ich keine Ahnung. Ein Knopf auf dem Akkordeon war gekennzeichnet, das war C-Dur – und so konnte ich die anderen Bässe nach und nach herleiten. Ich spielte den Schlager schließlich vor – und wurde in das Orchester aufgenommen. Sonst wäre ich elendig zugrunde gegangen.“

„Wir mussten am Tor stehen und spielen, wenn die Arbeitskolonnen aus dem Lager marschierten und abends wieder zurückkamen. Später ließ sich die SS einfallen, dass wir spielen mussten, wenn neue Transporte aus ganz Europa auf besonderen Gleisen ankamen. Wir wussten: Diese Menschen aus den Zügen gehen sofort in die Gaskammer. Die Menschen winkten uns noch zu und dachten wohl, da wo die Musik spielt, könne es nicht so schlimm sein.“

(Auszug aus dem oben genannten Interview, geführt von Patrick Gensing, tagesschau.de)