Mehr als 80 junge Menschen sind am 10. August 2026 der Einladung des Braunschweiger Jugendparlaments, des Fördervereins B58 und des Jugendrings Braunschweig gefolgt, um die Positionen der Kandidierenden zur Braunschweiger Oberbürgermeister*innenwahl kennenzulernen.
Anwesend waren der amtierende Oberbürgermeister Thorsten Kornblum (SPD) sowie die Herausforder*innen Michael Walther (Bündnis 90/Die Grünen), Maximilian Pohler (CDU), Ingo Schramm (FDP), Timothy Rathjen (Volt), Leonie Bartsch (die Linke) und Robert Glogowski (BIBS). Miriam Eck nahm in Vertretung für Max Wieland (die Partei) an der Veranstaltung teil.
Bei der Veranstaltung im Jugendzentrum B58 standen drei Themen im Mittelpunkt, die junge Menschen in Braunschweig unmittelbar betreffen: die Zukunft der Jugendzentren, die Förderung der Jugendverbände und bezahlbarer beziehungsweise kostenloser ÖPNV für junge Menschen.
In drei aufeinanderfolgenden Fragerunden brachten Vertreter der drei veranstaltenden Organisationen ihre jeweiligen Themen und Forderungen ein. Anschließend hatten alle Kandidierenden jeweils drei Minuten Zeit, auf die gestellte Frage zu antworten.
Den Auftakt machte der Förderverein B58 mit der Frage nach der Finanzierung der Jugendzentren in Braunschweig und insbesondere nach der Zukunft des Jugendzentrums B58. Die Diskussion über eine Sanierung beziehungsweise einen Neubau beschäftigt die Braunschweiger Jugendpolitik bereits seit vielen Jahren. Entsprechend groß ist inzwischen die Ungeduld vieler junger Menschen, die sich eine konkrete Lösung und deren Umsetzung wünschen. Bei der Veranstaltung machten alle Kandidierenden deutlich, dass es für das B58 eine Lösung geben müsse – auch wenn sich die Vorstellungen teilweise darüber unterschieden, wie diese konkret aussehen wird.
In der zweiten Fragerunde rückte der Jugendring Braunschweig die Arbeit und Finanzierung der Jugendverbände in den Mittelpunkt. In den Braunschweiger Jugendverbänden organisieren junge Menschen ehrenamtlich Angebote für andere junge Menschen – durchschnittlich rund 200 Angebote im Monat und damit fast sieben an jedem einzelnen Tag. Nur ein Teil dieser Angebote wird durch die Stadt gefördert. Gleichzeitig reichen die derzeitigen Zuschusssätze nicht aus, um die Teilnahmebeiträge ausreichend niedrig zu halten. Damit stellt sich zunehmend auch die Frage nach der sozialen Teilhabe junger Menschen. Bei den Antworten bestand Einigkeit darüber, dass bei der Förderung der Jugendverbände nicht gekürzt werden sollte. Unterschiedlich bewerteten die Kandidierenden hingegen, ob und in welchem Umfang eine Ausweitung der Förderung angesichts der Haushaltslage möglich ist.
Die dritte Fragerunde gestaltete das Braunschweiger Jugendparlament. Im Mittelpunkt stand die Mobilität junger Menschen. Dabei wurde insbesondere auf die derzeit unterschiedliche Behandlung bei der Schüler*innenbeförderung hingewiesen: Während ein Teil der jungen Menschen den ÖPNV aufgrund der bestehenden Regelungen kostenlos nutzen kann, muss ein großer Teil die Kosten selbst tragen. Das Jugendparlament wollte deshalb von den Kandidierenden wissen, wie sie für mehr Gerechtigkeit beim Zugang zum ÖPNV sorgen wollen und ob sie kostenlose oder vergünstigte Tickets für junge Menschen anstreben. In den Antworten wurde unter anderem darauf hingewiesen, das es bereits mit dem 20 € Ticket für Braunschweig und dem 30 € Ticket für die Region stark vergünstigte Monatsfahrkarten für Schüler*innen gibt, dass angesichts der hohen Kosten aber auch Bund und Land sich stärker als bisher einbringen müssten, ansonsten würde die Finanzierung dieser vergünstigten Fahrkarten zukünftig schwierig, weshalb sie nichts versprechen könnten. Einige Kandidierende kündigten zugleich an, sich auch künftig um politische Mehrheiten im Rat für kostenlose beziehungsweise kostengünstigere Fahrkarten bemühen zu wollen.
Über alle drei Fragerunden hinweg betonten die Kandidierenden die Bedeutung der angesprochenen Themen. Unterschiede zeigten sich vor allem bei der Frage, in welchem Umfang die Wünsche und Forderungen angesichts der schwierigen Haushaltslage umgesetzt werden können. Während einige Kandidierende dafür warben, gerade in diesen Bereichen nicht zu sparen und Investitionen in junge Menschen als Investitionen in die Zukunft zu verstehen, verwiesen andere darauf, dass hohe heutige Ausgaben die finanziellen Handlungsspielräume künftiger Generationen nicht übermäßig einschränken dürften.
Die Veranstalter ziehen ein positives Fazit. Mehr als 80 junge Menschen nutzten den Abend, um sich über die Positionen der Kandidierenden zu informieren und deutlich zu machen, welche Themen ihnen für die Zukunft Braunschweigs wichtig sind.
Das Braunschweiger Jugendparlament, der Förderverein B58 und der Jugendring Braunschweig bedanken sich bei allen jungen Menschen für ihr großes Interesse und bei den Kandidierenden für ihre Teilnahme und die Bereitschaft, sich den Fragen zu stellen.
Mit Blick auf die bevorstehende Wahl hoffen die Veranstalter, dass – unabhängig davon, wer am Ende die Wahl gewinnt – die an diesem Abend vorgetragenen Anliegen im Gedächtnis bleiben. Die Wünsche und Forderungen der jungen Menschen sollten nicht mit dem Wahlkampf enden, sondern auch in der kommenden Amtszeit eine wichtige Rolle spielen und möglichst konkret umgesetzt werden.


